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Herzogin Elisabeth
zu Braunschweig-Lüneburg

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Abbildungen

Im Abschnitt „Biografie“ werden Abbildungen der Herzogin Elisabeth und Personen ihrer Umgebung gezeigt, die allesamt in ihrer ehemaligen Residenzstadt Münden zu finden sind.

  • Rathaus (obere Halle), Gemälde (um 1947)
  • Rathaus (untere Halle), zwei Wandbilder (1929)
  • Schule am Botanischen Garten (Aula), Glasbild (1926)
  • Städtisches Museum, Gemälde (Mitte 17. Jh., Kopie)
  • St. Blasius-Kirche, Epitaph (ca. 1530)

Zudem existieren an anderen Orten weitere Abbildungen aus dem 16. und 19. sowie aus dem 21. Jh. Sie werden im Folgenden chronologisch dargestellt.

Confessio Augustana, im Besitz der Klosterkammer Hannover (1540)

Text aus: Herzogin Elisabeth von Braunschweig-Lüneburg (1510-1558) - Herrschaft, Konfession, Kultur. Hrsg. Historischer Verein für Niedersachsen, Hannover 2011

Kirchenordnung, HAB Wolfenbüttel u.a. (1542)

Text aus: Fürstinnen und Äbtissinnen von Dr. Karin Schrader, Kunsthistorikerin. Beitrag in: Musikort Kloster, Hrsg. Susanne Rode-Breymann, Köln 2009

Bildarchiv und Grafiksammlung der Österreichischen Nationalbibliothek, Wien (1545)


Münzkabinett des Niedersächsischen Landesmuseums Hannover (1545)

Text aus: Die Medaillen der Welfen (Bd. 1) von Günther Brockmann, Köln 1985

St. Johanniskirche, Schleusingen/Thüringen (nach 1558)

Text: Pfr. i.R. Martin Hoffmann, Schleusingen/Waldau

Historisches Museum, Hannover (nach 1570)

Text: Kunsthistorikerin Dr. Britta Reimann, Verwaltung der Staatlichen Schlösser und Gärten Hessen

St. Laurentius, Dassel (1577)

Text: Manfred Schnepel, Archivar und Ortsheimatpfleger der Stadt Dassel

Z.Zt. Antiquariat Bierl (1839)

Text: Antiquariat Bierl, Eurasburg

Marktkirche St. Georgii et Jacobi, Hannover (1900)

Text: Renate Tackmann, Stadt- und Kirchenführerin  in Hann. Münden

St. Jacobi, Göttingen (1901)

Text: Pastor Harald Storz, St. Jacobi, Göttingen

Kulturwissenschaftliches Zentrum der Universität Göttingen (2012)



Herzogin Elisabeth ist zudem auf Stammbäumen und in Chroniken dargestellt:

  • Stammbaum des Markgrafen Georg Friedrich von Brandenburg-Ansbach-Kulmbach/Bayreuth und seiner ersten Gemahlin Elisabeth. Um 1560 (?) von einem unbekannten Künstler (Staatsbibliothek Berlin)
  • Prachtstammbaum des braunschweigisch-lüneburgischen Welfenhauses von Franz Algermann, 1584 (u.a. in der Herzog August Bibliothek in Wolfenbüttel)
  • Braunschweigische und Lüneburgische Chronik von Heinrich Bünting, 1584/86


Confessio Augustana, im Besitz der Klosterkammer Hannover (1540)

Confessio
Einbanddeckel einer „Confessio Augustana“, gedruckt in Wittenberg 1540, vermutlich aus der persönlichen Bibliothek der Herzogin Elisabeth von Braunschweig-Lüneburg (Calenberg-Göttingen). Darauf ein großer Blinddruck mit dem Porträt der Herzogin; darüber der Haupttitel „Confessio“, darunter die Jahreszahl 1542 sowie der Name der Fürstin „Elisabeth H. z. Brauns“. Das Porträt ist umrahmt von wiederholenden Platten-, Rollen- und Einzelstempeln (Justitia, Lucretia, Lea, etc.) sowie floralen Motiven. Das Buch wurde in einem Münchener Antiquariat versteigert und von der Klosterkammer Hannover erworben.
Foto: Klosterkammer Hannover. Text aus: Herzogin Elisabeth von Braunschweig-Lüneburg (1510-1558) - Herrschaft, Konfession, Kultur. Hrsg. Historischer Verein für Niedersachsen, Hannover 2011


Kirchenordnung, HAB Wolfenbüttel u.a. (1542)

HE-Holzschnitt
[...] Entschieden aussichtsreicher im Hinblick auf die Fragestellung nach den Möglichkeiten weiblicher Handlungsspielräume erweist sich dagegen der kleinformatige Holzschnitt aus der Calenberger Kirchenordnung von 1542, welcher wohl als das bekannteste Bildnis Elisabeths gelten kann. Seine prominente Platzierung auf der Rückseite des Titelblattes im Stil eines Autorenporträts spricht zugleich für die direkte autonome Auftraggeberschaft seitens der Fürstin. Als der Holzschnitt erschien, war Elisabeth seit zwei Jahren Witwe und führte die vormundschaftliche Regentschaft für ihren Sohn. Ihre Selbstdarstellung in diesem Bildnis entspricht aber keineswegs dem traditionellen Rollenbild einer Witwe, deren Stand sich dem zeitgenössischen Ideal gemäß auch äußerlich in der Kleidung auszudrücken hatte. Ein Vergleich mit Porträts zeitgenössischer hochadeliger Witwen macht den Bruch in der Ikonographie sichtbar. Der in Elisabeths Bildnis gewählte Bildausschnitt in Dreiviertelansicht, die prachtvolle Schaube mit breitem Kragen, die hochmodischen, in Bünden gebauschten Hemdärmel, die aufwendige Netzhaube mit dem flachen Federbarett, der kostbare Schmuck und die prominent platzierte Amtskette akzentuieren ebenso wie das Wappen den Herrschaftsanspruch der regierenden Fürstin. Einzig der leicht gesenkte Blick und die gefalteten Hände entsprechen dem Idealtypus des tugendhaften, weiblichen Rollenbildes. Dabei ist die Ikonographie, welcher sich Elisabeth hier bedient zunächst sowohl geschlechterübergreifend als auch konfessionell ungebunden und unterliegt in erster Linie der programmatischen Darstellung des fürstlichen Standes und der damit verbundenen Machtfülle. So orientiert sich der von Elisabeth gewählte Bildtypus in der Wahl des Ausschnittes, der Kleidung und der Embleme an männlichen Standes-Vorbildern wie dem protestantischen Kurfürsten Friedrich III. ebenso wie dem katholischen Kaiser Ferdinand I. Darüber hinaus lässt sich jedoch bei eingehender Betrachtung durchaus eine religionspolitische Konnotation ablesen. Am Stehbund von Elisabeths Untergewand sind seitenverkehrt die eingestickten Worte „ALS IN EREN“ zu lesen. Alheidis von Rohr hat auf das parallele Erscheinen dieser Worte auf Cranach Porträts hingewiesen, die vor allem weibliche Mitglieder des sächsischen Fürstenhauses darstellen, und die sehr plausible Vermutung geäußert, dass nicht nur die Vorlage für Elisabeths Porträt im Cranach Umkreis zu suchen sei, sondern dass diese Devise gleichsam als ein zeitweilig aufkommendes Bekenntnis protestantischer Fürstenfamilien zu bewerten sei.
Bild: gemeinfrei. Text aus: Fürstinnen und Äbtissinnen von Karin Schrader. Beitrag in: Musikort Kloster, Hrsg. Susanne Rode-Breymann, Köln 2009


Bildarchiv und Grafiksammlung der Österreichischen Nationalbibliothek, Wien (1545)

Elisabeth
Elisabeth, Prinzessin von Brandenburg.
Weitere Informationen stehen leider nicht zur Verfügung.


Münzkabinett des Niedersächsischen Landesmuseums Hannover (1545)

Medaille vornMedaille hinten
Bis auf die Jahreszahl 1545 gleicht diese Medaille einer anderen von 1544. Sie wird in dem Buch: Die Medaillen der Welfen (Bd. 1) von Günther Brockmann, Köln 1985, auf S. 29 wie folgt beschrieben:
Vs.: Brustbild der Herzogin von vorn mit Witwenhaube und darüber aufgesetzter Mütze. Im Feld die Jahreszahl 15 44 (hier 15 45).
Rs.: ELISABET + MAR + PRI + BRVN + E + LVNE (Elisabeta Marchionessa Principissa Brunsvicensis et Luneburgensis).
Behelmter neunfeldiger Wappenschild von Brandenburg. Zu den Seiten des Helmes 3 4.
Beiderseits dichter Laubkranz am Rand.

Technische Daten von Herrn Dr. Cunz, Münzkabinett des Niedersächsischen Landesmuseums Hannover:
Inventarnummer: 0.1062.013
Maße: 42 mm bis 43 mm
Stempelstellung: XII h
Gewicht: 55,140 g
Material: Silber

Fotos: Niedersächsisches Landesmuseum Hannover


St. Johanniskirche, Schleusingen/Thüringen (nach 1558)

Elisabeth
An der Südwand der Ägidienkapelle in der Stadtkirche „St. Johannis“ von Schleusingen befindet sich das Epitaph der ersten Gemahlin von Graf Poppo von Henneberg (1513-1574), der verwitweten Herzogin Elisabeth von Braunschweig-Lüneburg, geborene Markgräfin von Brandenburg. Elisabeth, 1558 in Ilmenau verstorben, wurde noch im Kloster Veßra beigesetzt. Ihr Grabstein und ihr Leichnam kamen 1566 nach dem Tod ihrer ältesten Tochter Elisabeth, der ersten Frau des letzten Henneberger Regenten Graf Georg Ernst (1511-1583), nach Schleusingen.
Das Epitaph von Elisabeth ist ein Werk des Innsbrucker Bildhauers Siegmund Buchlinger, der es im Auftrag ihrer Kinder kurz nach ihrem Tode schuf und bereits 1559 fertigstellte.
Elisabeth trägt einen weitärmeligen, faltigen Mantel, an dem lange, gewellte Haubenbänder herabfallen. Sie hat die Hände zum Gebet gefaltet. Ihr Gesicht ist noch jugendlich, trägt aber derbe Züge. Der Stein ist von glatten Pilastern eingefasst und hat folgende Umschrift (frei übersetzt):
„Von Gottes Gnaden Elisabeth: geborene Markgräfin zu Brandenburg. Gräfin und Frau zu Henneberg starb ihres Alters im 48. Jahr 1558.“
Am Sockel (kaum noch zu lesen) steht:
„Nempe Ericus: Dux: Brunswic (ensis et Lu)nenburg: filius et: Elisabet: Anna Ma(ria) et Catharina filiae gratitudinis ergo pos(verunt).“ (überliefert nach Heinrich Bergner: „Bau- und Kunstdenkmäler der Kreise Ziegenrück und Schleusingen“, Halle, 1901.)
Die Ruhestätte der letzten Henneberger Grafen und ihrer Gemahlinnen ist seit 445 Jahren die Ägidienkapelle in der St. Johanniskirche zu Schleusingen.
Foto: Christian Stahl, Archiv der Region Hannover. Text: Pfarrer i.R. Martin Hoffmann, Schleusingen/Waldau


Historisches Museum, Hannover (nach 1570)

Elisabeth von Brandenburg
Laut Inschrift soll das kleine Bildnis Elisabeth von Brandenburg darstellen, Herzogin zu Braunschweig-Lüneburg. Sie trägt einen scharlachroten offenen Mantel mit Puffärmeln und Stehkragen. Darunter ist ein weißes Seidenkleid mit eingewirkten Goldfäden zu sehen. Mehrere Goldketten, zum Teil mit Anhänger, ein mit Perlen besetztes Haarnetz und ein kleiner steifer Hut (Toque) mit aufgesetzten Schmuckrosetten und einer Straußenfeder vervollständigen die prächtige Aufmachung. Allerdings weist die aus der spanischen Mode kommende Toque zusammen mit dem Stehkragen und der schon recht üppigen, extra umgebundenen Halskrause auf eine Mode, wie sie ab 1570 verbreitet war. Herzogin Elisabeth verstarb bereits 1558. Insofern ist es fraglich, ob es sich hier um ein authentisches Bildnis handelt.
Bild: gemeinfrei. Text: Kunsthistorikerin Dr. Britta Reimann, Verwaltung der Staatlichen Schlösser und Gärten Hessen


St. Laurentius, Dassel (1577)

Das Weltgerichtsbild in der St. Laurentiuskirche zu Dassel
Der unbekannte Schöpfer des Weltgerichtsbildes in der St. Laurentiuskirche zu Dassel stellte in besonderer Weise die Konfessionspolitik des 16. Jahrhunderts dar.
Weltgericht
Das Gemälde ist in zwei horizontale, durch ein breites Wolkenband getrennte Ebenen eingeteilt: In eine obere himmlische und in eine untere irdische Sphäre.
Im Zentrum thront Christus als Weltenrichter, bekleidet mit einem fliegenden Gewand, auf einem Regenbogen sitzend und die Füße auf einer Weltkugel abstützend. Seine rechte Hand erhebt sich über die Seligen im unteren Teil des Gemäldes, die linke dagegen senkt sich über die Verdammten.
Beiderseits der Weltkugel stoßen Engel in die Posaune, um auf diese Weise und konzentriert zur Mitte hin blasend den Anbruch des „Jüngsten Tages“ zu verkünden und die Toten zur Auferstehung zu rufen. Mit dieser Verkündung öffnen sich alle Gräber und die eben noch Leblosen steigen heraus: Die Gerechten von seliger Hoffnung beflügelt, die Verdammten in entmutigender Verzweiflung.
Unterhalb des Wolkenbandes stellte der Maler, wie in der Offenbarung des Johannes (1,7) zu lesen ist, die Auferstehenden dar, auf der linken Seite die Seligen, auf der rechten Seite die Verdammten.
Die Schar der Seligen
Die Schar der Seligen (die Guten und die Frommen) wartet auf den Einlass ins Himmelreich. Allein Petrus, hier dargestellt im weißen Gewande vor einem Renaissance-Bürgerhaus, trägt hierfür den Schlüssel und handelt nach höchstem Richterspruch. In der vorderen Reihe, zwischen Petrus und dem schwerttragenden Engel, sind in ihrer zeitgenössischen Kleidung deutlich Personen zu identifizieren, die sich für eine erfolgreiche Einführung der Reformation im Lande eingesetzt haben.
Im Vordergrund und auf gleicher Ebene mit Petrus steht Martin Luther; zwischen beiden ist Philipp Melanchton, der engste Mitarbeiter Luthers, zu erkennen. Beide Reformatoren tragen ein Buch unter dem Arm, zweifellos handelt es sich um eine Bibel. Ein weiterer enger Mitarbeiter, mit einem Barett bekleidet, steht hinter Melanchton: Caspar Cruziger; er führte im Jahre 1539 die Reformation in seiner Heimatstadt Leipzig ein.
Ebenfalls einer der wirkungsvollsten Reformatoren in Norddeutschland und Dänemark war Johannes Bugenhagen, der im Gemälde hinter Martin Luther abgebildet ist. Er war zunächst Stadtpfarrer in Wittenberg und persönlicher Seelsorger Luthers, übersetzte die Bibel ins Niederdeutsche und verfasste 1528 die Kirchenordnung für Braunschweig, die schließlich Vorbild für weitere Kirchenordnungen wurde. 1539 wurde er zum Generalsuperintendent des sächsischen Kurkreises berufen. Nach dem Tode Martin Luthers nahm er sich dessen Frau und Kinder an.

In der Mitte vor der Schar der Seligen steht im Gewand eines fürstlichen Herrschers Johann Friedrich I., Kurfürst von Sachsen, wegen seiner Gelassenheit und Glaubenszuversicht auch der Großmütige genannt. Als treuer Anhänger Martin Luthers förderte er die Reformation in seinem Lande. Gemeinsam mit Philipp von Hessen war er der wichtigste politische Repräsentant der Protestanten. Während des Schmalkaldischen Krieges wurde er verwundet und gefangen genommen, zum Tode verurteilt, jedoch schließlich zu lebenslanger Haft verurteilt. Unerschütterlich blieb jedoch seine Beharrlichkeit in religiösen Fragen, obwohl ihm neben regelmäßigen Mahlzeiten auch das Lesen der Bibel verwehrt wurde.
An seiner Seite steht seine Frau, Sibylle von Jülich-Kleve-Berg, zusammen mit zwei ihrer drei Kinder, in traditioneller fürstlicher Tracht.
Bewusst hat der Maler zwischen dem fürstlichen Paar die Herzogin und Reformatorin Elisabeth von Calenberg-Göttingen dargestellt. Beide, sowohl der Kurfürst als auch die Herzogin genossen offenbar beim Maler besondere Aufmerksamkeit. Denn: Der inmitten der Schar der Seligen schwebende Engel hält schützend seine Hände über die Köpfe der Regenten.
Mut und Standfestigkeit zeichnete die talentierte Regentin aus. Gemeinsam mit ihrem treuen Berater Antonius Corvinus führte sie im Jahre 1542 erfolgreich die Reformation in ihrem Fürstentum und somit auch in Dassel ein.
Corvinus gehört auch zu den Seligen und darf im Dasseler Gemälde nicht fehlen. Er steht mit einem Barett bekleidet unmittelbar hinter seiner Regentin Elisabeth. Beiden ist es schließlich zu verdanken, dass im Calenberger Lande in einer Zeit politischer und religiöser Unruhen die Reformation im Sinne der lutherischen Lehre durchgesetzt werden konnte.
Der Höllenschlund
Die rechte Bildhälfte des Gemäldes wird beherrscht von einem weit aufgerissenen feuerspeienden Höllenschlund, dem die Malefikanten (Verdammten) zugeführt werden. Dieser Schlund ist als mächtiges und überdimensional, zähnestrotzendes und rauchendes Drachenmaul dargestellt, in dem die Verdammten ewige Höllenqualen erleiden sollen. Darunter befinden sich auch Vertreter der „alten“ Kirche wie der Papst und ein Mönch, zu erkennen an der Tiara (dreireifige Krone des Papstes) bzw. Tonsur der Abgebildeten. Sie alle werden durch des Teufels Großmutter mit einem Dreizack in den Höllenschlund gestoßen.

Besonders hervorgehoben aus der Masse der Sünder sind drei Verdammte, die von Teufelsgestalten dem Höllenfeuer zugeführt werden. Unter ihnen befindet sich eine mit einem Pelzbarett und mit einem pelzbesetzten Mantel bekleidete Person, einer Bekleidung, die zu dieser Zeit nur für höher gestellte Persönlichkeiten erschwinglich war. Die Vermutung liegt nahe, dass es sich um den in der Bevölkerung unbeliebten Herzog Erich II. handeln könnte.

Begleitet wird dieser hohe Herr bewusst von einem Teufel in Hahnengestalt, denn der Hahn galt im Mittelalter als eitel und unbeständig. So soll gezeigt werden, dass dieser Herrscher wankelmütig und verführbar und daher unberechenbar war. Der Hahnenteufel steckt die Zunge in sein Ohr; dies soll offenbar andeuten, dass diese Person empfänglich war für alle bösen Einflüsse.
Nach alle dem, was aus historischen Quellen über Erich II. bekannt ist, kann es nicht verwunderlich sein, dass der Maler den verhassten Herrscher des Calenberger Landes beim Jüngsten Gericht als bösen Sünder seiner gerechten Strafe zugeführt wissen will. Sein Bemühen, nach seiner Mündigwerdung mit großer Brutalität gegenüber seinen Untertanen eine Gegenreformation durchzusetzen, scheiterte zwar, forderte aber zahlreiche Opfer, deren Vermögen er vereinnahmte, um damit seine ständigen Kriegszüge zu finanzieren. Anschläge empörter Untertanen gegen das Leben des brutalen Herzogs misslangen; stattdessen steigerte sich seine Wut, die sich schließlich in zahlreichen Plünderungen gegenüber seinen eigenen Landsleuten ausdrückte, von denen auch die Bürger der Stadt Dassel nicht verschont blieben.
So erschien es aus der Sicht der Bevölkerung als gerechtes Urteil, wenn der von ihnen verschmähte Herrscher Erich II., der vom „rechten evangelischen Glauben“ abgefallen war, zu der Masse der Malefikanten gehörte, zu denen der unter dem Bild geschriebene Satz zutraf; „DISCEDITE A ME MELEDICTE“ („Gehet hin von mir, ihr Verfluchten“; Matth. 25,41). Im Gegensatz dazu ist unter der Schar der Seligen zu lesen: „VENITE BENEDICTI PATRIS MEI“ („Kommt her, ihr Gesegneten meines Vaters“; Matth. 25,34).

Das Gemälde entstand im Jahre 1577, in dem Jahr, in dem Erich II. für immer sein ihm anvertrautes Herzogtum verließ.

Zusammenfassend bleibt festzuhalten, dass mit Blick auf die Konfessionsproblematik jener Zeit und auf die historische Abrechnung mit Zeitgenossen des 16. Jahrhunderts das Dasseler Weltgerichtsbild im Vergleich mit anderen Gemälden zu diesem Thema ein besonderes kunstgeschichtliches Denkmal im norddeutschen Raum darstellt. Es ist einerseits als Bekräftigung der lutherischen Lehre zu betrachten, andererseits sollte die bildhaft erzählte Botschaft vom Jüngsten Gericht des damals schriftunkundigen Gläubigen eindrucksvoll und mit aller Konsequenz vor Augen geführt werden. Denn die Menschen jener Zeit fürchteten nicht so sehr den Tod, sondern viel mehr das Höllenfeuer, das ihnen bei einem unchristlichen Lebenswandel drohte. Gerade deshalb wurde, wie in der St. Laurentiuskirche zu Dassel, immer wieder mit Nachdruck an die Folgen irdischen Fehlverhaltens erinnert. Dies wurde vom Maler des Dasseler Gemäldes anschaulich und plastisch dargestellt.
Text und Fotos: Manfred Schnepel, Archivar und Ortsheimatpfleger der Stadt Dassel


Z.Zt. Antiquariat Bierl (1839)

Erich
Diese Lithografie ist käuflich zu erwerben. Im Online-Antiquariat heißt es dazu:
„Herzog Erich von Calenberg zu Hardegsen (im Jahre 1533)“. Ganzfiguren Herzog Erichs I. und seiner Gemahlin Elisabeth, stehend vor dem Portal der Mauritiuskirche (?) beim Verteilen von Almosen an die Bewohner, rechts die von einer Feuersbrunst zerstörte Stadt, unten Inschrift.
Lithografie auf China von Fr. Hohe nach Ruben bei Th. Kammerer, München, dat. 1839, 41 x 49 cm.
Erich I. besuchte Hardegsen u.a. „1533 bei Gelegenheit einer geschehenen Feuersbrunst. Erich kam selbst von Minden nach Hardegsen, um die Abgebrannten persönlich zu trösten und Almosen unter sie auszuteilen“ (Neues Hannoversches Magazin, 20. Jg., Hannover 1811, Sp. 471).
Foto und Text: Antiquariat Bierl, Eurasburg


Marktkirche St. Georgii et Jacobi, Hannover (1900)

Luther-DenkmalMartin Luther
Seit dem 2. Weltkrieg steht er allein an der Südseite der Marktkirche in Hannover: Martin Luther. Ihm zur Seite hatte der in Hannover wirkende Bildhauer Carl Dopmeyer ursprünglich zwei Personen gestellt, die von der lutherischen Lehre überzeugt waren und kraft ihres Amtes die Reformation in ihren zum Herzogtum Braunschweig-Lüneburg gehörenden Fürstentümern durchführten: Herzog Ernst der Bekenner in Lüneburg (Residenz in Celle) im Jahr 1525 und 17 Jahre später Herzogin Elisabeth in Calenberg-Göttingen (Residenz in Münden).

Erschaffen wurde dieses Denkmal Ende des 19. Jhs.. Nach dem Tod von Carl Dopmeyer setzte Carl Ferdinand Hartzer die Arbeit an dem Werk fort, so dass es am 10.11.1900, dem 417. Geburtstag Martin Luthers, enthüllt werden konnte.

1941 wurden alle drei Figuren zur Metallschmelze abtransportiert. Allein Luther kehrte zurück. Am Abend des Reformationstages 1952 wurde er wiederum an der Südseite der Marktkirche platziert.

Dass die Figur der Herzogin Elisabeth seinerzeit als Kopie nach Münden gelangte, hat Karl Süßmann aus Reinhardshagen in den Mündenschen Nachrichten, die im dortigen städtischen Archiv gelagert werden, entdeckt (Pressebericht vom 25.08.1910 als PDF). Ob dieses Denkmal jemals aufgestellt wurde und wo es gestanden haben mag, ist leider nicht bekannt.
Fotos: gemeinfrei. Text: Renate Tackmann, Stadt- und Kirchenführerin in Hann. Münden


St. Jacobi, Göttingen (1901)

Kirchenfenster
Eines der Fenster der St. Jacobikirche, 1901 nach Ideen von Jacobipastor Karl Kayser von der Glasmalerei Henning und Andres aus Hannover gefertigt, zeigt laut Inschrift „Die Einführung der Reformation i. Göttingen Palmarum 1531“. An diesem Sonntag wurde in den Göttinger Kirchen die von Luther gutgeheißene Kirchenordnung für die Stadt Göttingen von den Kanzeln verlesen. Dieses Ereignis wird im Fenster verdichtet und vergegenwärtigt: Das Interieur der dargestellten Kirche zeigt die Innenansicht der Jacobikirche nach der Innenrenovierung 1901.
Kirchenfenster
Ein Ereignis von 1531 im Interieur von 1901 mit Martin Luther, der diese Kirche nie betreten hat, auf einer Kanzel, die erst fast 400 Jahre später in diese Kirche kam. Unter der Kanzel stehen rechts außen Hans von Schneen, Bürgermeister der Stadt, der erste Göttinger, der sein Kind evangelisch taufen ließ, in der Mitte Philipp Melanchthon, der nie in Göttingen war und Antonius Corvinus, der noch nicht in Göttingen war sowie der erste Göttinger Superintendent Johannes Sutel, der ebenfalls bei diesem Anlass eher in seiner Kirche St. Johannis als in St. Jacobi gewesen sein wird.
Kirchenfenster
Corvinus, einige Jahre später der leitende Geistliche im welfischen Lande Calenberg-Göttingen, und...
Kirchenfenster
...Sutel sind gleich doppelt im Fenster zu sehen - in der Verlesungsszene und oben in den Baldachinen links und rechts.
Kirchenfenster
Zusammen mit Elisabeth von Calenberg im mittleren Baldachin stehen sie als Garanten der protestantisch-preußischen Ordnung gegen das Chaos von Bilderstürmen und Bauernaufständen (im Fenster unten repräsentiert vom Kampf des Erzengels Michael gegen den Drachen). Als Vorlage für die Elisabethdarstellung diente der Holzschnitt aus der von ihr 1542 in Auftrag gegebenen Kirchenordnung.
Text und Fotos: Pastor Harald Storz, St. Jacobi


Kulturwissenschaftliches Zentrum der Universität Göttingen (2012)

Wandbild
In einem Flur des neu eröffneten Kulturwissenschaftlichen Zentrums der Universität Göttingen ist Herzogin Elisabeth großformatig präsent. Ein Ausschnitt aus dem Porträt des Herzogpaars (siehe Biografie) erinnert an die Regentin des Fürstentums Calenberg-Göttingen.